Vorsorgeuntersuchungen bei Katzen

 

 

Auch als glücklicher Besitzer von gesunden Katzen sollte man mindestens einmal im Jahr beim Tierarzt vorbeischauen. Neben einer normalen Vorsorgeuntersuchung (also einer klinischen Untersuchung durch Abtasten, Kontrolle von Augen, Ohren, Zähnen, Schleimhäuten und Fell) gehört vor allem dazu:

                                                                 1. Die Impfung

Grundsätzlich gilt: Nicht nur Freigängerkatzen sollten regelmäßig geimpft werden. Die meisten Erreger schwerer Erkrankungen tragen wir Menschen nämlich mit unseren Schuhen, Einkaufstüten oder Koffern in die Wohnung.

Deswegen: bitte geht regelmäßig mit eurem Tier zur Impfung!

Meine Meinung nach gibt es von der allgemeinen (Selbst-)Verpflichtungen zur Impfung nur ganz wenige Ausnahmen: Wenn man eine sehr alte oder sehr kranke Katze zu Hause hat und gemeinsam mit dem Tierarzt entscheidet, dass die Risiken möglicher Impfschäden größer sind als der Nutzen der Impfung.

Gegen was und wann wird eigentlich geimpft?


Die erste Impfung erfolgt i.d.R. mit 8 Wochen, 4 Wochen später wird die Impfung dann (zusammen mit den möglichen Erweiterungsimpfungen) wiederholt. Erst nach dieser zweiten Impfung entsteht tatsächlich auch der Impfschutz.
Die Impfung der Katze setzt sich zusammen aus der Grundimpfung gegen:

- Katzenschnupfen
- Katzenseuche

sowie den Erweiterungsimpfungen, vor allem bei Katzen, die Freigänger sind oder werden sollen,
gegen:

- Leukose
- FiP
- Tollwut

Noch ein Wort zur Tollwutimpfung:
Deutschland gilt seit Jahren als tollwutfrei. Das liegt unter anderem daran, dass die Tollwutschutzimpfung konsequent angewendet wird. Notwendig ist die Impfung daher in jedem Fall für Freigängerkatzen.

Aber auch bei reinen Wohnungskatzen kann im Einzelfall die Impfung sinnvoll sein:
Ob ein Tier mit Tollwut infiziert ist, lässt sich nur durch eine Obduktion klären. Wenn man also eine Katze hat, die viel Umgang mit fremden Menschen (vor allem Kindern) hat und auch was das Beißen angeht nicht allzu zimperlich ist, dann sollte man über eine Tollwutimpfung ernsthaft nachdenken. Denn ehe im Fall der Fälle ein Tier getötet wird, um eine Tollwutinfektion auszuschließen…

                                                                    2. Entwurmung

Jungtiere bis zu einem Alter von 6 Monaten sollten alle 4 Wochen, beginnend ab der 2. - 3. Woche entwurmt werden, am besten mit einer dafür gut geeigneten Wurmpaste.
Ab einem Alter von 3 - 4 Monate können die Wurmpräparate für erwachsene Tiere angewendet werden.

Bei erwachsenen Tieren ist eine Entwurmung alle 3 Monate ausreichend.
Die Ausnahme bildet ein akuter Wurmbefall, der eine Nachentwurmung nach 4 Wochen sinnvoll macht. Ebenso sollte eine Nachentwurmung zu einem früheren Zeitpunkt als 3 Monate vorgenommen werden, wenn sehr lange nicht entwurmt wurde.

Allerdings sollte man nicht einfach ein Mittelchen im Fachhandel oder beim Tierarzt erwerben und anwenden. Eine Wurmkur kann ein heftiger Eingriff in den Körper der Katze sein und sie hilft eben nur für den Moment.

                               3. Vorsorgeuntersuchung bei älteren Tieren

Katzen zählen ab einem Alter von 7-9 Jahren zu den Senioren. Bei Katzen gibt es eine Reihe typischer „Alterserkrankungen“, z.B. Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenüberfunktion. Diese Beschwerden werden oftmals erst entdeckt, wenn es der Katze klinisch so schlecht geht, dass eine Therapie sehr schwierig wird.

Zu dieser Vorsorgeuntersuchung sollte in jedem Fall gehören:

• Klinische Untersuchung
• Orthopädische Untersuchung (bei Bedarf mit Röntgen)
• Blutabnahme (geriatrisches Blutbild)
• Harnuntersuchung
• Gewichtskontrolle: Über- und Untergewicht kann sowohl Ursache als auch Symptom für verschiedene Krankheiten sein.



In jedem Alter der Katze gilt aber eine Grundregel: Wenn sich das Verhalten der Katze ohne erkennbaren Grund ändert, sie sich plötzlich zurückzieht, agressiv ist, viel mehr oder viel weniger frisst als zuvor, sie übermäßig erbricht, länger als 2 -3 Tage Durchfall hat oder ihr sonst irgendetwas feststellt, was anders ist als sonst:

AB ZUM TIERARZT!

 

 


 

 

Danke an Conny G. für die freundliche Leihgabe des Artikels.


Für Kaninchen   in Not, die