Welches Futter Katzen wirklich brauchen!

 

 

Unsere (Haus-)Katzen sind Raubtiere, deren Vorfahren in Wüsten und wüstenähnlichen Trockengebieten gelebt haben.

Anders als zum Beispiel beim Hund hat der Domestizierungsprozess bei der Katze keine Änderungen des Nahrungsbedarfes bewirkt. Der Verdauungstrakt des Hundes, welche Nahrungsbestandteile er verwerten kann, haben sich durch jahrtausendelange Haustierhaltung stark verändert.

Die Katze dagegen ist noch immer der Beutegreifer, der eine enge ökologische Nische besetzt und sich ihrem Lebensraum extrem angepasst hat. Zu den bevorzugten Beutetieren gehört die Maus; aber auch Ratten, Vögel, Insekten, Eidechsen und Fische werden gejagt und gefressen. Da Katzen solche Nahrungsspezialisten sind, haben wir als Dosenöffner eine große Verantwortung. Denn wir entscheiden, was im Futternapf landet; wir entscheiden, ob unsere Tiere all das bekommen, was sie zum gesunden Leben brauchen. Vor allem, wenn die Katzen reine Wohnungstiere sind, ist die Verantwortung besonders groß. Freigänger fangen sich einen Teil ihrer Vitamine selbst.

Alle Beutetieren der Katze haben wesentliche Gemeinsamkeiten:
- sie bestehen zu einem übergroßen Teil aus extrem hochwertigem Eiweiß
- sie haben einen hohen Fettanteil
- sie haben eine bestimmte Kombination aus Enzymen, Vitaminen und Mineralien
- sie bestehen nur zu einem verschwindend geringen Teil aus Kohlehydraten
- wie die meisten Lebewesen ist einer der Hauptbestandteile ihres Körpers Wasser.

Der letzte Punkt gehört zu den wichtigsten: Als ehemalige Wüstentiere sind die meisten Katzen schlechte Trinker und decken ihren Wasserbedarf durch die Nahrung.

Will man eine Katze artgerecht und gesund ernähren, so kann das nur gelingen, wenn man versucht, ihnen Futter anzubieten, dass ihre natürliche Beute möglichst gut nachbildet: hoher Anteil an tierischem Eiweiß, genau abgestimmte Mineralien und Vitamine, viel Flüssigkeit, kaum - besser noch keine - Kohlehydrate. Und natürlich würzen Katzen ihre Mäuse nie mit Zucker, Karamell, Geschmacksverstärker oder machen sie mit chemischen Zusatzstoffen haltbar. All das hat in einem guten Katzenfutter nichts zu suchen.

Natürlich habe ich auch noch nie eine Katze gesehen, die ihre Mäuse kocht oder brät. Aber die Rohfütterung von Katzen ist eine kleine Wissenschaft und sollte nur dann betrieben werden, wenn man sich intensiv damit beschäftigt hat. Wer sich näher informieren will, dem kann ich diese Seite hier nur empfehlen: KLICK

Bleibt also nur handelsübliches Fertigfutter.

Trockenfutter oder Nassfutter? Für ein Tier, dass darauf ausgelegt ist, seinen Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung zu decken, dürfte eine reine Ernährung mit Trockenfutter nicht besonders artgerecht sein. Aber viele Katzen verweigern jegliches Nassfutter, sind richtige Trockenfutterjunkies. Auch wenn sicher noch nie eine Katze vor einem gefüllten Futternapf verhungert ist - ich kenne kaum jemanden, der dem Starrsinn seiner Katze widerstehen und sich bei der Futterwahl durchsetzen konnte. Auch die TroFu-Katze kann unter Umständen gesund und alt werden. Viele interessante Trinkplätze in der Wohnung reizen die Katze, doch öfter zu trinken. Rohes oder überbrühtes Fleisch als Nahrungsergänzung enthält auch einen Teil Flüssigkeit. Und gegen ein bisschen verdünnte Katzenmilch, Yoghurt oder Babygläschen als gelegentliche Leckerli und Flüssigkeitslieferanten spricht auch nichts. Beim Babygläschen dürfen natürlich nur die Sorten gefüttert werden, die nur aus Fleisch (und meist ein bissel Reis) bestehen. Deklariert und erhältlich sind sie in den Sorten Rind, Pute und Hähnchen.

Aber auch beim TroFu sollte man zumindest darauf achten, dass der Hauptbestandteil Fleisch ist und nicht Getreide. Das "no go" für Geschmacksverstärker und Co gilt auch hier! Beim TroFu sollte man auch verstärkt auf das Verhältnis von Calzium und Phosphor achten; es sollte mindestens bei 1,2:1 liegen, optimalerweise sollte der Phosphoranteil 1% des Futters nicht übersteigen.

Besser ist es jedoch, Nassfutter zu geben. Dieses sollte einen Fleischanteil von mindestens 75 bis 80 % haben, frei von Getreide, Zucker, Geschmacksverstärkern und ähnlichem sein. Auch bei Nassfutterernährung darf gern regelmäßig rohes Fleisch gegeben werden. Es reinigt die Zähne (muss ja gekaut werden) und der Fleischanteil der Ernährung erreicht beinahe optimale Werte.

 

 

 

 

 

Danke an Conny G. für die freundliche Leihgabe des Artikels.