Epilepsie bei Katzen

 

 

Das Thema Epilepsie ist schon bei Menschen nicht so erforscht wie man das vielleicht gerne hätte.

 

In den meisten Fällen kann man nicht wirklich nachweisen woher solche Anfälle kommen, da

es wohl Teile des Gehirns betrifft in die man nicht rein sehn kann.

Auch kann ein Tumor der Auslöser sein.

 

Es gibt verschiedene Arten und Stärken der Epilepsie und es sollte keine Medikamentation vorgenommen werden ohne mit einem Tierarzt darüber zu sprechen.

 

Außerdem empfehle ich Grundsätzlich nach dem ersten Auftreten eines Anfalls

1. ein komplettes Blutbild machen zu lassen

2. Röntgen des Bauchraums

 

Ob ein MRT oder CT nötig ist hängt davon ab ob ein Tumor vermutet wird.

Oft wird als erste Diagnose das Wort "Tumor" fallen was aber nicht zwingend der Fall sein muss da es viele Katzen gibt mit Epilepsie ohne das ein Tumor fest gestellt wurde.

 

Die Anfälle treten ganz unterschiedlich auf.

Im wachen Zustand wie auch im Schlaf!

 

Auch sind die Anfälle an sich unterschiedlichster Art:

 

manche Katzen haben "nur" diese Zuckungen die durch die Epilepsie entstehen und andere scheiden dabei Urin sowie auch Kot aus, da sie ja in diesem Zustand nichts mehr kontrollieren können. Es gibt Katzen die fallen einfach um und Krampfen dann.

 

Wenn man eine Epilepsiekatze zu Hause hat ist nichts mehr wie vorher,

man muss immer und überall mit einem Anfall rechnen und daran denken

das die Katze auch von einem Kratzbaum oder einer Fensterbank fallen und

sich hierbei böse Verletzungen zuziehen kann!

 

Ein Anfall kann zwischen 1-5 Minuten dauern.

Ich habe gelesen das alles was über 15 Minuten oder länger geht

LEBENSBEDROHLICH(man spricht hier von einem Status Epilepticus

http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/live/infos/statusepilepticus.html ) ist und man SOFORT

eine Tierklinik aufsuchen muß damit diese etwas Krampflösendes geben, dies ist in den meißten Fällen ein Valiumpräparat.

 

Ist ein Anfall vorbei baucht die Katze erst einmal eine Weile bis es sich wieder richtig orientieren kann.

Sie torkelt und scheint eben nicht zu wissen was los ist oder war. Dies gibt sich aber nach ein paar Minuten wieder.

 

Wichtig ist auch nach einem Anfall dass die Katze hinterher ein großes Hungergefühl hat und dieser auch gestillt werden muß da bei einem solchen Anfall wahnsinnig viele Kalorien verbraucht werden,

was bedeutet sie braucht das Futter dann zur Stärkung.

 

Was die Medikamente betrifft hat da sicher jeder Tierarzt seine eigene Auffassung welches denn am Besten geeignet ist.

 

Diazepam ist z.B. ein Valium

oder

Luminaletten  ist ein Antiepileptikum

Wirkstoff: Phenobarbital in verschiedenen mg

 

Beides sind Medikamente die auf den Menschen zugelassen sind und werden auch bei Tieren angewandt.

 

Seit einiger Zeit gibt es in der Tiermedizin dieses Medikament

Phenoleptil

Wirkstoff: Phenobarbital, Tablette á 12,5 mg

 

Ich habe auch schon öfter mal gelesen dass wenn eine Katze weniger als alle 7 Tage oder länger keine Anfälle hat, man auf die Medikation verzichten sollte da die Nebenwirkungen doch recht hoch sind, da die Medikamente unter anderem über die Nieren ausgschieden werden.

Aber auch das sollte man mit seinem Tierarzt besprechen.

 

Sollte das erste Mal ein Anfall aufgetreten sein und ein Blutbild wurde gemacht und eine Untersuchung des Allgemeinbefindens, so würde ich dazu Raten (sagen auch mehrere Tierärzte) das man erst

einmal mindestens 2-3 Anfälle abwarten soll, damit man die Haufigkeit, die Art des Anfalls und wie lange die Katze krampft bestimmen kann.

Dies hilft dann auch bei der Medikementenbestimmung.

 

Zur Unterstützung des Nervensystems empfiehlt man auch noch reines Vitamin B in Hochdosierter Form (in jeder Apotheke erhältlich) zuzuführen.

(Dosis und welches Präparat bitte auch mit dem Tierarzt absprechen)

 

Zum Thema kann ich zwei Seiten wärmstens empfehlen:

http://www.schmusekatzen.de/fr_forum.htm

http://www.katzenepilepsie.de/Start2.htm

 

 

Bei einem Anfall muss man zuerst einmal die Nerven behalten!

 

Wichtig ist das die Katze sich nicht verletzten kann während eines Anfalls, also nicht fallen kann oder sich zwischen Stuhlbeinen verfangen etc. Dabei kann sich die Katze böse Verletzungen zuziehen.

Während des Anfalls ist es gut wenn man eine Uhr zur Hand hat um die Zeit zu überblicken wie lange die Katze krampft.

Man darf auch nicht vergessen das die Katze während sie krampfen keine Orientierung hat und nicht weiß was gerade passiert, also auch nichts dafür kann wenn sie uriniert oder Kot ablässt, denn sie kann dies nicht mehr kontrollieren. Auch sollte man während des Krampfes aufpassen das die Katze einen nicht selbst verletzt etwa durch ihre Krallen oder durch beissen, auch dies hat die Katze während eines Anfalls

nicht mehr unter Kontrolle.

 

Ich würde empfehlen sich ein Tagebuch anzulegen wo man vermerkt:

a) Wann war der Anfall

so kann man prüfen wie viel Zeit vergeht zwischen den Anfällen

 

b) Wie lange ging der Anfall

so kann man sehen ob sich die Anfälle im laufe der Zeit verschlimmern oder verbessern oder gleich bleiben

 

c) Wie war der Anfall

so kann man sehen ob es unterschiede gibt zwischen den Anfällen

 

d) Gab es einen Hinweis auf den Anfall

ob man etwas bemerkt hat was den Anfall evtl. ausgelöst hat

 

 

 

Das Dosieren der Medikamente ob nach oben oder nach unten darf niemals eigenverantwortlich getätigt werden.

Man darf nicht vergessen das die Nebenwirkungen der Medikamente nicht zu unterschätzen sind.

 

 

Zum besseren Verständniss:

Ursachen symptomatischer Epilepsien:

 

- perinatale Hirnschädigung, zumeist in Form von Sauerstoffmangel bei der Geburt

http://de.wikipedia.org/wiki/Perinatal

- Fehlbildungen des Hirngewebes (zum Beispiel die fokale kortikale Dysplasie

http://de.wikipedia.org/wiki/Fokale_kortikale_Dysplasie

- zerebrale Gefäßmissbildungen (Hämangiome)[URL=

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4mangiom

Aneurysmen

http://de.wikipedia.org/wiki/Aneurysma

- Hirntumoren

http://de.wikipedia.org/wiki/Hirntumor

- Schädelhirntraumen bei Unfällen

http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4delhirntrauma

- Infektion des Gehirns (Enzephalitis)

  mit verschiedensten Erregern

http://de.wikipedia.org/wiki/Enzephalitis

- Meningokokken 

http://de.wikipedia.org/wiki/Meningokokken

- Masern

http://de.wikipedia.org/wiki/Masern

- Hepatitis C

http://de.wikipedia.org/wiki/Hepatitis_C

- FSME-Virus

http://de.wikipedia.org/wiki/FSME-Virus

- Lyme-Borreliose

http://de.wikipedia.org/wiki/Lyme-Borreliose

- Stoffwechselerkrankungen, darunter

- Hyperparathyroidismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperparathyroidismus

 mit bedrohlichem Anstieg der Calciumkonzentration im Blut

http://de.wikipedia.org/wiki/Kalzium

  - Hämochromatose

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4mochromatose

 mit Eisenablagerungen u. a. im Gehirn

 - Eklampsie

http://de.wikipedia.org/wiki/Eklampsie

 - vaskuläre Enzephalopathie im Rahmen einer Arteriosklerose http://de.wikipedia.org/wiki/Arteriosklerose

 

 

 

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung!

 

 

 

andere hilfreiche Seiten:

http://www.kleintiermedizin.ch/katze/epilepsie/index.html

http://www.tierneurologie.de/download/artikel/epilepsie.pdf

http://www.tierneurologie.de/download/artikel/krampfanfaelle1.pdf

http://www.tierneurologie.de/download/artikel/krampfanfaelle2.pdf

Schläfenlappenepilepsie


Interessanter Artikel zum Thema

Geräuschbedingte Anfälle

 


 

 

* Informationen bezüglich Vitamin B 

Es gibt während der laufenden Behandlung von Tieren öfters den Fall, in dem man über eine Substitution mit Vitamin B12 nachdenkt. Vitamin B12 ist für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse unerlässlich und ist neben Folsäure und Eisen vor allem für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich. 
Das Vitamin B12 gehört zu den Cobalaminen, chemische Verbindungen, die in allen Lebewesen vorkommen und auch als Vitamin-B12-Gruppe bezeichnet werden.

Für die Substitution gibt es i.d.R. einen notwendigen Grund, ob es sich um einen Nervenverletzung als Unfallfolge oder um ein Blutbild handelt, was zu wenig von diesem Vitamin zeigt, wir möchten, dass es schnell dem tierischen Körper zu Verfügung steht.

Die im Handel gebräuchlichste Form von Vitamin B 12 sind Cyanocobalamine. 
Diese werden auf synthetischem Wege hergestellt und werden vom Körper wesentlich schlechter aufgenommen, als das sogenannte Methylcobalamin. Das Methylcobalamin kann vom Organismus effektiver genutzt und im Gewebe eingespeichert werden. 
Im Körper selber wirkt Vitamin B 12 Methylcobalamin vor allem bei der Zellteilung mit und unterstützt das Nerven- und Immunsystem.

Je nach Tierart sind bestimmte Prozesse im Körper nötig, um das Vitamin B für die Zellen aufnahmefähig zu machen. 
Das inaktive Cobalamin ist an Nahrungsproteine gebunden. Im Magen und Dünndarm wird das Cobalamin u. a. durch die Wirkung von Pankreasenzymen von seiner Bindung an Proteine losgelöst und im Dünndarm an Intrinsic Factor gebunden. Im Gegensatz zum Menschen wird beim Hund und v. a. bei der Katze Intrinsic Factor mehrheitlich durch das exokrine Pankreas gebildet.. 
Der Cobalamin-Intrinsic Factor-Komplex wird dank spezifischer Rezeptoren ausschließlich im Dünndarm (Illeum) resorbiert. Cobalamin kann ohne die Bindung an den Intrinsic Factor nicht absorbiert werden.

Wir sehen also, dass ein bestimmter Ablauf im Körper von Hund und Katze nötig ist, um das Vitamin B12 aufzunehmen. Haben wir es jetzt mit einer Störung in der Verdauung durch Dünndarmentzündungen oder Pankreasschwäche zu tun, ist diese Aufnahme nicht mehr gewährleistet und auch im Falle einer Nervenverletzung, wo es um schnelle Aufnahme geht, ist es durchaus von Vorteil direkt das bereist aktivierte Methylcobalamin dem tierischen Patienten zuzuführen.

Als Wasserlösliches Vitamin, kann es nicht überdosiert werden. Wichtig zu wissen, durch die orale Aufnahme färbt sich der Urin des Tieres orange.

© Tierheilpraktikerin Stefanie Schult