Haarballen bei Katzen

 

 

Haarballen bei Katzen nennt man in der Fachsprache auch „Trichobeozaren“. Sie kommen gerade bei reinen Hauskatzen sehr häufig vor. Man kann jedoch sagen, dass Langhaarkatzen in der Regel häufiger damit zu tun haben.
Haarballen können ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko darstellen. Sie bestehen aus einer festen Verbindung von abgeschluckten Haaren, Verdauungssäften, Speichel und Futtermittelinhaltsstoffen im Verdauungstrakt der Katze. Sie können unterschiedliche Formen aufweisen und sind meist von Feuchtigkeit und Nahrung durchsetzt.


                                                                          Einflussfaktoren

1. Katzenwäsche

Katzen sind sehr saubere Tiere und haben einen ausgeprägten Putztrieb. Gerade die im Wechsel befindlichen Haare werden durch die raue, papillenbesetzte Zunge herausmassiert und heruntergeschluckt. Somit nimmt die Katze jedes Mal beim Putzen Haare mit auf.

2. Langhaarkatzen

Wie schon oben erwähnt haben Langhaarkatzen häufiger Probleme mit Haarballen. Dies erklärt sich durch die besonders weiche und lange Struktur ihrer Fellhaare. Sie bewirkt, dass die Transportmechanismen (Hochwürgen, Darmbewegung) weniger effektiv arbeiten.

3. Erkrankungen

Leidet eine Katze unter einer Allgemeinerkrankung mit Fieber so hat sie meist auch mehr Haarausfall. Geht es der Katze dann besser, so dass sie sich wieder der Körperpflege widmet kommt es also zu einer verstärkten Haaraufnahme. So wird die Gefahr der Haarballenbildung erhöht.
Ebenso können Hauterkrankungen ein Risiko darstellen. Durch eventuelles Jucken der Haut wird die Katze angeregt sich mehr zu putzen, nimmt also auch wieder mehr Haare auf.
Liegt eine Erkrankung im Magen vor, so kann diese den natürlichen Transportvorgang für die heruntergeschluckten Haare behindern und die Haarballenbildung fördern. Diese Ursache ist allerdings sehr selten.

4. Haltung

Gerade Wohnungskatzen haben ein Problem mit Haarballen, weil ihnen grobfasrige Pflanzen, wie z.B. Gras, fehlen. Diese Pflanzen sind wichtig für die Stimulation des Regurgitierens (Wiederhochkommen von Speisen).


                                                     Entstehung von Haarballen

Wie bereits oben erwähnt, hat die Katze auf der Zunge nach hinten gerichtete Hornpapillen. Diese unterstützen beim Fressen die Ablösung von Fleisch vom Knochen. Putzt sich die Katze nun, so bleiben die Haare in den Papillen hängen und können nicht mehr ausgespuckt werden. Die Haare sammeln sich im Magen, können dort aber nicht verdaut werden. Also müssen sie anders wieder ausgeschieden werden. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird der Haarballen herausgewürgt oder er durchläuft den natürlichen Verdauungsprozess und wird zusammen mit der Nahrung abtransportiert.


                                                            Gesundheitliche Risiken

Werden die Haare nicht erbrochen oder mit dem Kot ausgeschieden können sich im Magen-Darm-Trakt zu mehr oder weniger großen Haarballen zusammenlagern und sorgen dann für Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung.
Die Haarballen können so groß werden, dass die einen vollständigen Darmverschluss verursachen. Dies kann nur noch durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden und ist gefährlich.
Bleiben die Haarballen länger im Magen kann dies auch gesundheitliche Folgen haben. Der Magen der Katze wird gereizt und schüttet zu viel Magensäure aus. Dies kann u.a. zu Schleimhautentzündungen führen.


             Vermeidung, Vorbeugung und Loswerden von Haarballen

Glücklicherweise gibt es mehr als nur eine wirksame Methode, die Haarballen-Bildung wenigstens stark einzuschränken und der Katze zu helfen, vorhandene Haarballen loszuwerden.

Ausgewogene Ernährung
Dies ist sehr wichtig, denn wird auf eine ausgewogene Ernährung mit genügend hochwertigem Protein geachtet, so wird der jährliche Fellwechsel deutlich verkürzt und ganzjähriges Haaren wird minimiert.


Kämmen
Gerade in den Übergangszeiten (Herbst-Winter und Winter-Frühjahr) sollten vor allem Langhaarkatzen regelmäßig gekämmt werden. So werden viele lose Haare entfernt, die die Katze sonst aufnehmen und schlucken würde und auch das Fell verfilzt nicht.


Spezialfutter
Mittlerweile gibt es auf dem Markt verschiedene Trockenfuttersorten denen zusätzliche Pflanzenfasern und andere Stoffe beigefügt wurden, die für den Transport der Haare durch den Verdauungstrakt sorgen sollen, ohne dass sie vorher verklumpen.
Dies kann Katzen helfen, die Probleme mit Haarballen haben, es muss aber nicht sein. Ebenso möchte man ja auch nicht das ganze Futter auf Trockenfutter umstellen. Manchen Katzen bekommt dieses Spezialfutter auch gar nicht.


Malzpaste
Diese Pasten haben einen hohen Ballaststoffanteil und bilden eine Art Gleitfilm im Verdauungstrakt, so dass einzelne Haare und kleinere Haarballen über den Darm ausgeschieden werden.
Malzpaste besteht zum größten Teil aus Malzextrakt und diversen Fetten und Ölen. Dennoch ist die Zusammensetzung bei jeder Marke anders.
Manche Katzen bekommen durch die Paste einen etwas weicheren Kot. Durchfall sollte allerdings nicht auftreten, kommt aber dennoch vor wenn Milchzucker enthalten ist.
Viele Katzen lieben Malzpaste und schlecken sie schon so vom Finger. Einige verschmähen sie auch ganz. Dann heisst es Alternativen finden, wie z.B. die Malzpaste auf die Pfote schmieren.
Die Dosierung ist ebenfalls bei den verschiedenen Sorten unterschiedlich. Es kann auch immer sinnvoll sein, den Tierarzt zu fragen. Generell sagt man, dass täglich ein 5cm langer Streifen gegeben werden soll. Meist reicht aber auch schon viel weniger bzw. nur 2-3 mal wöchentlich aus. Dies gilt es individuell herauszufinden.


Katzengras
Katzengras gibt es in jedem Fachgeschäft entweder schon fertig oder zum selbst züchten. Frisst die Katze das Gras, so wickeln sich die Halme um das Haarknäuel im Magen. Dies wiederum löst einen Würgereiz aus. Meist schon wenige Minuten nach dem Fressen von Gras (manchmal auch erst nach ein paar Stunden) erbricht die Katze dann den Haarballen.
Man kann seinen Katzen auch im Garten frische Grashalme pflücken.

Auch Zyperngrad wird in Zoohandlungen oder Gartencentern oft als Katzengras verkauft. Von einigen Katzen wird es bevorzugt, weil es etwas knackiger ist.
Die Gefahr hierbei besteht leider darin, dass die Halme scharfkantig sind. Deswegen können sich die Katzen innerlich oder äußerlich daran verletzen.
Ebenso muss man darauf hinweisen, dass sich ein Grashalm auch mal in den Nasen-Rachen-Raum schieben kann und sich dort eventuell für lange Zeit auch nicht mehr von der Stelle rührt. Hinweise hierauf sind unterschiedlich und reichen von gelegentlichem Niesen bis hin zu schweren Katzenschnupfensymptomen.
Aus diesen Gründen sollte man auf das Zyperngras besser verzichten.
Stattdessen kann man den Katzen aber auch Bambus zur Verfügung stellen. Die Blätter sind sehr weich und lösen ebenfalls den erwünschten Würgereflex aus.



Quellen:

http://www.royal-canin.de/katze/die-katz...haarballen.html
http://www.ciara.de/haarballen_katzengras_malzpaste.html
http://www.catfit.de/produkte/Malzpasten
http://www.vetoquinol.ch/ratgeber_dtl.ph...p803gq3gu53jn10


 

 

 

Danke an AB für die freundliche Leihgabe des Artikels.