HCM - Was ist das?

 

 

                                       HCM = Hypertrophe Cardiomypathie


Unter einer Cariomypathie versteht man eine Herzmuskelerkrankung. Die HCM ist durch die Verdickung des Herzmuskels gekennzeichnet. Diese Verdickung kann sowohl alle als auch nur einzelne Muskeln betreffen. Befindet sich die Verdickung unterhalb der Hauptschlagader kommt es zu einem Herzgeräusch.
Bei der HCM leidet die Katze unter einer zu dicken Herzwand, so dass zwar auch die Pumpleistung herabgesetzt ist, aber das Hauptproblem das geringere Volumen der Herzkammer darstellt. Die Kammer kann sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen und es kommt zu einem Rückstau. Dies führt zu Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge oder in der Brusthöhle. Dies genauer zu erläutern wäre jetzt zu fachspezifisch.
HCM ist keine angeborene Krankheit, sie entwickelt sich sehr langsam. Oft sind keine Anzeichen vorhanden bevor eine Katze 6 Monate alt ist. HCM ist erblich bedingt.

                                                                      Symptome:


- Atemnot
- Flüssigkeitsansammlungen (Leibesumfang vergrößert sich)
- Bewegungsunlust, geringere Spielfreude und Belastbarkeit
- Lähmungen durch herabgesetzte Durchblutung und Thromben
- vermehrtes Schlaf- und Ruhebedürfnis
- beschleunigte Atmung mit Bauchpresse
- Atmen/Hecheln durch den offenen Mund nach Belastung
- beschleunigte Herzfrequenz
- seltener auch Husten

                                                                     Diagnose:


tierärztliche Untersuchung:
- klinische Allgemeinuntersuchung
- Abhören von Herz und Lunge (viele Katzen haben kein Herzgeräusch)

                                                                  Röntgen:


- Bilder zeigen Vergrößerung des Herzens und auch Wasser in der Lunge (beides meist nur im fortgeschrittenen Stadium)

                                                                      EKG:


- gibt Aufschluss über Herzrhythmusstörungen, die im Rahmen von HCM auftreten können
- Herzfrequenz wird ermittelt

                                                             Herzultraschall:


- nur hiermit kann eine endgültige Diagnose erfolgen
- Kammer- und Herzwanddimensionen sowie Muskelkontraktilität (Kontraktion = Zusammenziehen) und Auswurfleistung werden erfasst
- Thrombenbildung ist erkennbar


                                                              Komplikationen:


Thromboembolien = Bildung von Blutgerinnseln im Herzen, die durch den Körper in andere Regionen strömen und dort Blutgefäße verstopfen können. Am häufigsten sind dabei die Oberschenkelarterien betroffen.
Diese Komplikation ist sehr schmerzhaft für die Katze. Oft schreit sie laut und kann die Hinterbeine nicht mehr bewegen. Bei diesen Symptomen MUSS SOFORT ein Tierarzt aufgesucht werden, da es nur dann noch möglich ist die Thromben aufzulösen.

                                                                           Risiko:


Am häufigsten betroffen sind:
- Maine Coon
- Perser
- Ragdoll
- Rex
- amerikanische und Britisch Kurzhaar
- aber auch normaler Hauskatzen

Seltener betroffen sind:
- Siamesen
- Burma Katzen
- Abyssinier

                                                                       Therapie:


Im Frühstadium ist eine medikamentöse Behandlung oft noch nicht notwendig. Zumal entscheidet der Tierarzt individuell für jede Katze wie vorzugehen ist. Eine Standardtherapie gibt es also nicht.
Leidet die Katze unter Flüssigkeitsansammlungen, bekommt sie in der Regel etwas zur Entwässerung (Diuretikum). Dies kann aber auch prophylaktisch gegeben werden.
Um den Blutdruck zu senken werden ACE-Hemmer eingesetzt, meist in Kombination mit einem Diuretikum.
Um die Herzfrequenz zu senken, gibt es so genannte Beta-Blocker. Diese werden vor allem bei vorliegenden Herzrhythmusstörungen verabreicht.
Daneben kann man auch blutverdünnende Medikamente einsetzen, wie z.B. Aspirin. Dies soll Thromboembolien vorbeugen. Bewiesen ist dies allerdings nicht. Auch gibt es Heparin. Dies muss aber vom Besitzer 3 mal täglich selbst gespritzt werden und die Menge immer wieder neu berechnet werden. Vor der Behandlung mit Heparin müssen außerdem ein paar Tests durchgeführt werden. Durch Heparin ist das Blutungsrisiko viel höher und auch hierzu gibt es keine genauen Studien.

                                                                          Prognose:


Eine Heilung von HCM gibt es nicht! Selbst ein erfahrener Tierarzt hat große Schwierigkeiten eine genaue Prognose zu geben. Durch die Medikamente kann man die Beschwerden eine betroffene Katze aber durchaus lindern und ihr Wohlbefinden weitestgehend erhalten. Dabei kommt es sehr darauf an, wie die Katze auf die Medikamente anspricht.
Sollten Thromboembolien auftreten, ist dies ein eher ungünstiges Zeichen.
Wird die Diagnose HCM im Frühstadium diagnostziert, kann eine Katze noch viele Jahre leben!
Und auch bei sehr schlechten Prognosen hat es schon kleine Wunder gegeben...!




Quellen: Katzen extra 8/99
www.vomwernerwald.de/InfoHCM.html
www.de-la-platiada.de/hcm-htm

http://www.tierärzte-duisburg-mülheim.de/archiv10.htm



http://www.tierkardiologie.lmu.de/besitzer/hypertrophe-kardiomyopathie.html

 

 

 

 

Danke an Anne B.  für die freundliche Leihgabe des Artikels.