Verhaltenstherapie / Traumatherapie Kaninchenraum

Update Februar 2018

Hier endlich mal wieder ein Update zum Thema Verhaltenstherapie bei Kaninchen:

Flocki

Der kleine Teufelsbraten, wie ich ihn gerne mal nenne, ist seit Januar genau ein Jahr in meiner Obhut.
Von Anfang an hatte ich bei Flocki das Problem, dass er mich anknurrte, wenn ich in seine Nähe kam, mir die Futterschüssel aus der Hand schlug mit seinen
Vorderpfoten und mich auch gerne mal kniff, wenn er mich erwischte.
Am schlimmsten war die Zeit, in der er alleine in einem Gehege saß.
Bei der VG mit Shana drehte sich das dann, in dem er meine Nähe extrem suchte und sich sogar streicheln ließ, weil er meiner Ansicht nach Angst vor Shana hatte.
Ich habe ihn dann auf den Kopf stellen lassen, da ich wissen wollte woher seine Aggressivität kommt. 
Bei Flocki weiß ich inzwischen, dass er ein Lungenproblem hat, hierdurch schlecht Luft bekommt und das er auch leichte Arthrose hat.
Bisher arbeiten wir hier mit meiner Homöopathin zusammen und werden das auch weiterhin tun.
Nachdem die VG mit Shana geklappt hatte und die beiden tatsächlich auch ein Pärchen wurden inklusive kuscheln, hatte er sich mir gegenüber wieder aggressiver gezeigt.
Leider habe ich es versäumt diese Zeit mal auf Video fest zu halten, damit man eher verstehen kann, wie er sich verhalten hat.

Nach dem Tod von Shana war klar, dass er wieder eine Partnerin braucht und weil ich das Thema Laborkaninchen für mich einfach noch nicht abschließen konnte, habe ich mich wieder für eine Dame aus dem Labor entschieden. Anouk kam am 13.10.2017 zu mir und am 10.11.2017 habe ich die VG gestartet.
Von Anfang an hatte Anouk die Hosen an und hat Flocki sehr durch das Gehege gejagt. Auch hier hat Flocki wieder sofort meine Nähe gesucht und ließ sich streicheln und kuscheln, was sonst nicht von ihm gewünscht ist. Auch hier konnte ich wieder deutlich erkennen, dass er Angst hatte vor Anouk, die es ihm auch zugegebener Maßen nicht einfach machte.
Am 18.11.2018 habe ich Flocki & Anouk ins Kaninchenzimmer (knapp 20m²) umziehen lassen, damit Flocki zur Ruhe kommen kann, in dem er Anouk mehr aus dem Weg gehen kann und Anouk endlich mehr Platz zur Verfügung hat. Denn für ein Kaninchen sind 4m" Platz einfach nicht ausreichend auf Dauer, das merkt man beiden auch deutlich an.

Leider ist das Thema Vergesellschaftung Flocki & Anouk nach wie vor noch ein Dauerthema, da sie sich noch immer nicht angenährert haben. Sie tolerieren sich, mehr nicht. Flocki rennt vor Anouk weg, sobald sie auch nur in seine Nähe kommt. Anouk jagt ihn immer wieder mehrmals durch das ganze Zimmer. Fressen funktioniert allerdings gemeinsam am Futterteller.
Mit Flocki habe ich mit meiner Tierheilpraktikerin Stefanie unterstützend eine Traumatherapie durchgeführt, da er mir gegenüber wieder in sein altes Muster zurück fiel, nachdem er im Kaninchenzimmer war. 
Hier haben wir inzwischen tolle Erfolge erzielen können. Flocki grummelt mich zwar ganz gerne noch an, aber er lässt sich auch streicheln und kommt zum Leckerchen abholen angeflitzt.
Seit einer Woche darf Flocki wenn ich Zuhause bin, auch den Rest der Wohnung nutzen und man merkt ihm an, dass er dieses zusätzlichen Auslauf genießt.
Anouk springt nicht über die momentane Tür, sie traut sich wohl nicht. Daher werde ich noch extra Türen von Möbel Mümmelmann bauen lassen, so dass auch Anouk raus kann, wenn sie das möchte. Jedoch muss ich erst einmal alles absichern, da Anouk alles an frisst, was sie zwischen ihre Zähne bekommt.

Das Thema Vergesellschaftung ist hier leider noch nicht durch. 4 Monate sind inzwischen vergangen und ich arbeite weiterhin daran, dass aus den beiden wirklich mal ein Pärchen wird. Denn diese Art von zusammenleben ist nicht die, welche ich mir für meine Kaninchen wünsche.

Anouk

Anouk ist seit dem 13.10.2017 in meiner Obhut und kam direkt aus einem Labor zu mir.
Von Anfang an wollte sie von mir nicht angefasst werden und lief panisch davon, wenn man sich ihr direkt näherte.
Auch das Fressen war von Anfang an eine Katastrophe, da sie ausschließlich Heu, Äpfel und Hirsekolben zu sich nahm.
Ich fing an selbstgebackene Leckerchen anzubieten, die sie auch fraß. Jedoch blieb fast alles Grünzeug liegen.
Man konne auch deutlich Blasenschlamm erkennen durch die zu trockene Futteraufnahme.

Als ich am 10.11.2017 die VG mit Flocki startete war es wie bei Shana damals, nur noch etwas ausgeprägter. Anouk hat ihn extrem durch
das Gehege gescheucht. Allerdings wurde sie mir gegenüber etwas zugänglicher und ließ sich im Gehege auf die Seite plumpsen und von 
mir kraulen. 
Da Anouk Flocki keine wirkliche Ruhe gönnte und sie selbst in dem kleinen Gehege total unterfordert war, habe ich die beiden am 18.11.2017
bereits zusammen ins Kaninchenzimmer (knapp 20m²) umziehen lassen.
Kaum im Kaninchenzimmer angekommen, zeigte sie mir gegenüber wieder Panik und rannte davon, wenn ich ihr zu nahe kam. Mit Zeit und Geduld
schaffte ich es, dass sie Leckerchen aus meiner Hand nahm und sich wenigstens etwas streicheln ließ. Jedoch konnte man in ihrem Blick deutlich 
erkennen, dass sie die Berührungen lediglich duldete. 
Flocki jagt sie noch immer hinterher, wenn ihr danach ist.
Ich habe die Hoffnung, wenn beide den Balkon im Sommer nutzen können, dass es ein weitere Schritt in die richtige Richtung sein wird. Ebenfalls ist mehr Auslauf geplant für beide. Bis das umgesetzt ist, dauert es aber noch ein bisschen.

Da der Kaninchenraum eine Auszeit hat seit 01.01.2018, habe ich mir mehr Zeit genommen für Anouk und Flocki.
Anouk hat ebenfalls eine Traumatherapie bei meiner Tierheilpraktikerin Stefanie durchlaufen.
Weiter sitze ich jeden Morgen zwischen 15 und 30 Minuten im Gehege, verteile Leckerchen aus der Hand und gebe dabei Streicheleinheiten weiter.
Abends sitze ich mindestens 1 Stunde im Gehege. Anfangs saß ich auf einem Stuhl und habe gelesen. Vor ca. 2 Wochen habe ich mich
auf den Boden gesetzt. Dann habe ich mal ausprobiert, wie sich Anouk verhält, wenn es kein normales Licht gibt sondern Kerzenschein oder Lichterketten, die das Licht eben dimmen. Hier konnte man dann tatsächlich die ersten Annähherungen erkennen.
Anouk kam zwar immer mal von selbst und holte sich Leckerchen oder fraß meine Gummischuhe an, jedoch immer mit diesem sehr skeptischen und auf etwas ängstlichem Blick. Langsam hatte ich das Gefühl, sie gewöhnt sich an meine Anwesenheit.
Und am 19.Februar war es dann soweit...
Ich hatte eine große Kerze (diese steht auf dem Tisch in einer geschlossenen Laterne - bei mir gibt es keine offenen Kerzen) angezündet und es mir auf einem Kissen am Boden "gemütlich" gemacht. Nach einer Weile kam Anouk neugierig an und sie bekam Leckerchen und ich fing an sie zu streicheln. Irgendwie habe ich gemerkt, dass sie an Kopf und Ohren nicht gestreichelt werden mag und fing an sie im Genick und am Rücken zu streicheln und siehe da, sie blieb sitzen, obwohl es keine Leckerchen mehr gab. Langsam ging dann auch das Köpfchen nach unten und ich konnte erkennen, dass sie es genießen konnte und die Berührungen nicht einfach so über sich ergehen ließ.
Seither machen wir das jeden Abend, wenn Anouk das möchte, ich zwinge sie zu nichts, da sie meine Aufmerksamkeit und meine Streicheleinheiten genießen soll.

Ich arbeite hier weiterhin mit meiner Tierheilpraktikerin daran, dass sie ihre Angst verliert und auch daran, dass aus Flocki und ihr mal ein Kuschelpärchen wird. Dies wird jedoch noch einige Zeit und Geduld in Anspruch nehmen.

Update 09/2017

Da Shana leider verstorben ist, endet hier die Verhaltenstherapie mit ihr.

Verhaltenstherapie Shana & Flocki August 2017


Einige von euch haben ja schon mit bekommen, dass es mit der ersten VG bei Shana & Flocki schon nicht so ganz einfach war und ich sie deshalb wieder getrennt hatte, das war im Januar 2017. 
Nachdem ich Flocki komplett auf den Kopf gestellt hatte, habe ich die beiden wieder vergesellschaftet (Start am 05.05.2017). Ich hatte die beiden dann nach knapp drei Wochen (Anfang Juni 2017) zusammen in das Kaninchenzimmer gesetzt, welches knapp 18m² hat und einem Balkon, den sie nutzen können, wenn ich daheim bin.
Mit der Situatuin war ich aber nicht zufrieden, da beide zwar beieinander lebten, aber nicht miteinander. Da ich mich inzwischen fast ausschließlich dem Thema Verhalten bei Kaninchen widme, war mir das für meine Kaninchen so einfach nicht gut genug.
Flocki war mir gegenüber sehr dominant und zeigte auch leichte Aggressionen und knappte mich hin und wieder auch, wenn er mich irgedwo zu fassen bekam. Auch mit Shana war der Umgang eher ruppig, so dass sie sich nicht so wirklich in seine Nähe traute.
Shana kämpft nach wie vor mit ihren Erlebnissen mit Menschen und ist daher sehr ängstlich und vorsichtig, so dass jede Annäherung bei ihr immer wirklich harte Arbeit ist.
Shana musste dann leider noch kastriert werden und ein Tumor in der Gesäugeleiste entfernt werden, was das Vertrauen sicherlich auch etwas erschüttert hat, da ich sie anfassen, Medikamente geben und die Narbe kontrollieren musste.

Nachdem es zwischen den beiden noch immer teilweise eher kühl zu ging, die meisten körperlichen Lasten abgeklärt und entsprechend behandelt waren, musste ich mir eingestehen, dass ich hier gerne noch etwas proffessionelle Unterstützung brauchen könnte.
Also rief ich meine Tierheilpraktikerin Stefanie an und klagte ihr mein Leid.

Seit dem 28.07.2017 arbeite ich nun mit Steff zusammen an der Zwangsehe der beiden weißen Hoppelhasen.
Und ich gestehe, ich bin positiv überrascht, was sich in den letzten Wochen vor allem auf das Miteinander meiner beiden Mümmels getan hat.

Ich stelle mal Fotos mit ein, denn die sagen bei genauem hinschauen schon mehr als Worte...♥

Musste ich mich noch bis vor kurzem auf die Lauer legen um überhaupt mal ein Foto der beiden zu bekommen, wie sie zumindest mal relativ nah beieinander liegen.
Inzwischen habe ich schon öfter mal beobachten können, wie Flocki seiner Shana die Öhrchen schleckt (mir blieb fast das Herz stehen vor Stolz auf Flocki). Weiter liegen sie weitaus öfter wirklich zusammen und Shana ist Flocki gegenüber schon viel mutiger geworden und lässt sich nicht mehr so leicht von ihm verjagen, wenn es um Essen und vor allem meine selbst gebackenen Leckerchen geht. Shana bevorzugt tatsächlich meine Leckerchen gegenüber anderen Sachen und so wird es wohl dabei bleiben, dass ich die Leckerchen selbst mache - mit Liebe ♥ ;o)

Shana sehe ich inzwischen auch sehr oft ganz entspannt irgendwo liegen und sie dreht mir inzwischen dabei auch den Rücken zu, auch wenn ich mich im Raum oder sogar in der Nähe befinde.

Wir haben hier zwar noch einen weiten Weg vor uns, da sich hier sicherlich noch einiges verbessern kann, aber ich freue mich alleine schon über diese ganzen Fortschritte.

Und wieder einmal beweist es mir das ich Recht habe, man eben viel Zeit, Geduld und manchmal auch Geld investieren muss um den Kaninchen wirklich gerecht zu werden.

Herzlichen Dank an Steff für die liebevolle Unterstützung bei der Geschichte hier ♥

Ich werde wieder berichten...